Gestern Abend war die Alte Schäferei gut gefüllt: Ina Lampe, Dessaus Pilzberaterin, hatte uns eingeladen in die faszinierende Welt der Pilze — und die ist komplizierter als die meisten denken.
Wer glaubt, Pilze sammeln sei eine Sache von Bauchgefühl und Familienrezepten, wurde schnell eines Besseren belehrt. Ina Lampe zeigte anhand von Bildern und mitgebrachten Exemplaren, wie gefährlich Halbwissen sein kann: Der Wiesenchampignon und der tödliche Knollenblätterpilz sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Ein falscher Griff, und aus dem Abendessen wird ein medizinischer Notfall.
Besonders eindrücklich war der Moment, als Ina die häufigsten Irrtümer ausräumte: Nein, Pilze die von Schnecken angefressen wurden, sind nicht automatisch essbar. Nein, ein Silberlöffel verfärbt sich nicht bei Giftpilzen. Und nein, Pilze die im eigenen Garten wachsen, sind nicht ungefährlich — auch dort kann der Grüne Knollenblätterpilz sprießen.
Der Vortrag war kurzweilig, lehrreich und hat Lust auf den Herbst gemacht — wenn Ina Lampe wieder zu ihren beliebten Pilzwanderungen einlädt. Wer unsicher ist, was im Korb landet, kann sich übrigens jederzeit bei ihr melden: Kostenfreie Beratung nach Terminabsprache, in den Räumen der Waldorfschule.
Unser Dank gilt Ina Lampe für einen spannenden Abend — und die Erkenntnis, dass Pilze sammeln vor allem eins ist: eine Wissenschaft.